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Schriftverkehr in Polen in der deutschen Sprache – ist es zulässig oder müssen alle Urkunden und Firmenbriefe auf Polnisch erfasst werden

Anna Dolejsz-Świderska17 September 2015Kommentare (0)

Es gibt in Polen immer mehrere Firmen mit dem deutschen Stammkapital. Es passieren ganz oft die Fälle, wenn die deutschen Unternehmer ihre Geschäfte in Polen mit anderen Deutschen Firmen sowie privaten Personen führen. Es entsteht dann die Frage, in welcher Sprache dann die Firmenurkunden anzufertigen sind, damit diese gültig und wirksam sind.

Die Frage ist nicht einfach und nicht eindeutig. Vor dem polnischen Gerichten sowie Behörden herrscht das Prinzip der polnischen Sprache. Das heißt, dass alle Verhandlungen in polnischer Sprache verlaufen, alle Anlagen und Urkunden sind auch ins Polnisch zu übersetzen.

Im normalen Rechtsverkehr ist demgegenüber grundsätzlich zulässig, die Vertage, Willenserklärungen, Aufforderungen sowie andere Firmenurkunden in der deutschen Sprache anzufertigen. Für den Unternehmer sollen damit keine negativen Risiken verbunden werden.

Die Ausnahmen betreffen den Rechtsverkehr mit Verbrauchern sowie arbeitsrechtliche Angelegenheiten.

Bei Deinen Geschäften in Polen darfst Du also nicht vergessen, dass in häufigsten Fällen – die Urkunden, die das Arbeitsverhältnis sowie Rechtsverkehr mit Verbraucher anbetreffen, in polnischer Sprachfassung anzufertigen sind. Es betrifft die Fälle, wenn der Verbraucher / Angestellte ihren Wohnsitz zu Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in Polen haben und wenn der Vertrag in Polen auszuführen ist. Auf Antrag des Arbeitnehmers oder des Verbrauchers, welche die deutsche Sprache beherrscht haben, kann der Vertrag oder andere Urkunde auch auf Deutsch erfasst werden – hier muss aber der Antragsteller über die Möglichkeit der polnischen Sprachfassung informiert werden.

Es ist erlaubt und immer auch empfehlenswert, dass die Anlagen in o.g. Fällen zweisprachig, also auf Deutsch und parallel auch auf Polnisch erfasst werden. Lediglich die deutsche Sprachfassung kann nicht ausreichen, damit sind erhebliche Risiken verbunden.

Beispielweise, wird z.B. die Kündigung des polnischen Arbeitsvertrags nur in der deutschen Sprache erfasst, kann dies zu Beeinträchtigung der arbeitsrechtlichen Vorschriften über Kündigung führen und die Schadensersatzansprüche des Arbeitnehmers begründen.

Negativen Folgen werden leider oft erhebliche Kosten und Schaden seitens Unternehmer, die aber durch vernünftige Vorgehensweise und ausführliche Analyse jeder Sache zu vermeiden sind.

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