Blog über polnisches Recht

HAFTUNG FÜR EINEN VOM GEHILFEN VERURSACHTEN SCHADEN IN POLEN

Immer mehr Deutschen besitzen in Polen seine zweiten Häuser.

Manchen betrachten den Erwerb des Grundstücks in Polen als eine Investition, die anderen einfach als ein Hobby und die Möglichkeit auf der Landwirtschaft Zeit verbringen zu können.

Bei dem sogenannten, bebauten Grundstück gibt es aber immer was zu tun – man braucht das Dach zu erneuern, die Wasserversorgung, Gasversorgung einzurichten, den Zaun zu bauen oder die Wände zu erfrischen.

Nicht alles kann man selbständig machen, manchmal braucht man auch eine „Mithilfe“.

Man erwägt – möglicherweise ist es günstiger den Auftrag für dem Nachbarn zu erteilen?

Dabei sollte man aber vorsichtig sein – bei Problemen können die anfänglichen Ersparnisse sehr schnell zerschmelzen.

Ähnlich wie in Deutschland kennt das polnische Recht die Konstellation der Haftung des Geschäftsherrn für den durch seine Gehilfen verursachten Schaden.

Gem. Art 429 polnisches Zivilgesetzbuches wer die Ausführung eines Geschäfts einem anderen überträgt, haftet für einen vom Schadensverursacher bei der Ausführung des ihm übertragenen Geschäfts verursachten Schaden, es sei denn, dass ihm bei der Auswahl kein Verschulden trifft oder dass er die Ausführung des Geschäfts einer Person, einem Unternehmen oder einer Anstalt anvertraut hat, die sich im Rahmen ihrer Berufstätigkeit mit der Ausführung solcher Geschäfte befassen.

Für die Haftung des Geschäftsherrn ist es irrelevant, ob der Gehilfe einem anderen einen Schaden schuldhaft zufügt hat / oder ob er ohne Schuld tätig war.

Die eventuelle Exkulpationsmöglichkeit besteht darin, um es zu beweisen, dass der Geschäftsherr keine Schuld bei der Auswahl der Gehilfe trägt.

Hier sind vor allem von Bedeutung die Umstände, dass die Ausführung des Auftrages an einem Profi d.h. an einer Person, einem Unternehmen oder einer Anstalt anvertraut wurde, die sich im Rahmen ihrer Berufstätigkeit mit der Ausführung solcher Geschäfte befasst, erteilt wurde.

Die Haftung des Geschäftsherrn wird auch nicht entstehen, wenn der Schaden nur „bei der Angelegenheit der Ausführung des Auftrages“ und nicht bei der Ausführung des Auftrages zugefügt wurde.

Bspw. der von Dir bestellte Maler stiehlt inzwischen einem anderEn Nachbarn ein Handy. Dieser Diebstahl ist nur als bei der Angelegenheit des Malens einzustufen – was bedeutet, dass der Schaden nicht zu Deiner Last verursacht wurde.

Anders wäre wenn der Maler auf der Leiter stehen würde und der Eimer mit Farbe auf dem Kopf des Nachbarn fallen würde.

Der wichtigste Hinweis ist also – die Aufträge an Profis anzuvertrauen, denn dieser Auftrag kann Deine Haftung als Auftraggeber für den von dem Auftragnehmer verursachten Schaden ausschließen.

Bei einem Notfall werdest Du also ruhiger schlaffen…

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